Putz

Innenputz:

  • Ökologischer Lehmputz
  • Ökologischer Kalkputze
  • Kunstharzputz
  • Baumwollputz

Die Verarbeitung dieser Innenputze erfolgt

  • gescheibt
  • gebürstet
  • gespritzt
  • gespachtelt

 

Kalkputz

Kalkputze waren bis zum Anfang der 1980er Jahre, wegen seinen hervorragenden wohnhygienischen Eigenschaften ein wichtiger Bestandteil im Baueinsatz. Durch seine Nachteile, das vergleichsweise langsame Abbinden und die Notwendigkeit ihn in zwei Lagen mit einer dazwischenliegenden Standzeit (Abbinden der ersten Lage) aufzutragen, wurde er durch das verstärkte Aufkommen der Maschinenputze verdrängt. Er gewinnt allerdings in zunehmendem Maße wieder an Bedeutung.

Heute gibt es moderne Kalkinnenputze, die maschinell und damit wirtschaftlich verarbeitet werden können, über eine den baulichen Notwendigkeiten angepasste Abbindezeit verfügen und auch einlagig aufgetragen werden können.

Ein bedeutender Vorteil des Kalkputzes ist es, dass mit der Verarbeitung deutlich weniger Feuchtigkeit eingebracht wird, die dann wieder aus dem Mauerwerk trocknen müsste. Die deutliche schnellere Austrocknung wirkt sich feuchteregulierend auf das gesamte Mauerwerk aus und auf Grund seiner hohen Alkalität verhindert er auch weitgehend die Sporenbildung (etwa Schimmel) und er kann schlechte Gerüche, z. B. aus der Küche aufnehmen.

Das bei der Herstellung von Branntkalk aus Kalkstein ausgetriebene CO2 wird beim Abbindeprozess wieder aufgenommen. Die Bilanz ist also ausgeglichen im Gegensatz zu Zementmörteln, die ebenfalls zum größten Teil aus Kalkstein hergestellt werden; hier findet keine CO2-Aufnahme statt. Nicht berücksichtigt ist bei dieser Bilanz allerdings die CO2-Emission, die zur Gewinnung der Prozesswärme verursacht wird. (Quelle: Rüdersdorfer Kalkmörtel)


Kunstharzputz

Kunstharzputze gehören zu den am meisten eingesetzten Putzen und sind auch ein Bestandteil von Putzsystemen (wie z. B. WDVS). Die Abkürzung „Org“ für „organisch“ bezieht sich auf die zugesetzten Bindemittel.

Kunstharzputze sind als Oberputz einfach zu verarbeiten. Als Bindemittel wird eine Polymerdispersion eingesetzt, wie sie auch in Farben verwendet wird. Die Zuschläge können mineralisch oder organisch sein. Zumeist ist der Unterputz weiterhin rein mineralischer Art, da dieser eine bessere Haftung mit dem Putzgrund (Mauerwerk) gewährleistet.

Es ist ein porenarmer und wasserundurchlässiger Baustoff, welcher sich aufgrund seiner polymeren Bindemittel (Kunststoffe) von herkömmlichen Mörtel unterscheidet. Lediglich die Zugabe von Wasser ist für den Aushärtungsprozess nicht mehr erforderlich. Ein spezieller Härter und gegebenenfalls ein Beschleuniger sorgen für eine chemische Reaktion, die das Bindemittel erhärtet. Die Härtungsgeschwindigkeiten und erreichbaren Festigkeiten sind denen von konventionellen Mörteln überlegen.

Weitere Eigenschaften:

  • Aushärtung ohne Temperaturerhöhung, teilweise im Frostbereich
  • Härtungsgeschwindigkeit bei vielen Harzen einstellbar
  • Verwitterungs-, Alterungs- und Korrosionsbeständigkeit
  • Abriebkonsistenz
  • geringes Schwundverhalten

 

 Baumwollputz

Baumwollputz, auch als Flüssigtapete oder Nahtlostapete bezeichnet, ist ein Decken- und Wandbelag aus Baumwolle und wird anstelle von Tapeten oder mineralischen Putzen im Innenbereich angewendet. Zur optischen Verschönerung können Effektmaterialien untergemischt werden. Baumwollputz wird mittels Kunststoffglättekelle oder Trichterspritzpistole auf die Oberflächen aufgetragen. (Quelle: Hochspringen Institut für Internationale Architektur-Dokumentation: Detail. Verlag Architektur + Baudetail GmbH, 1995, S. 372)

Geschichte und Eigenschaften:

Flüssigtapeten wurden bereits in der alten japanischen Kaiserstadt Kyōto vor ca. 350 Jahren aus reiner Seide hergestellt.

Im 18. Jahrhundert wurde unter der Bezeichnung Flockentapete eine ähnliche Art von Wandbekleidung verstanden, bei der Wollstaub auf ein Trägermaterial aufgebracht ist. (Quelle: Hochspringen Ludwig Baron Döry, Flocktapete, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. IX (1997), Sp. 1274–1288; in: RDK Labor)

Durch Weiterentwicklung entstand daraus ein Wandbelag, der nicht nur eine behagliche und wohnliche Atmosphäre schafft, sondern auch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten mit sich bringt. Flüssigtapeten bestehen heutzutage aus Baumwolle, Seide und/oder Textilfasern und Bindemittel. Mit Wasser vermischt wird sie dann mit der Glättekelle oder geeigneten Spritzanlagen aufgetragen.

Es gibt Dekore in verschiedenen Farben und Strukturen, in dezenten Naturtönen, in leuchtenden Farben, mit glänzenden Fasern oder mit Glimmereffekt. Die Eigenschaften von Baumwollputz sind von der Baumwolle geprägt. Baumwolle ist weich, reißfest, strapazierfähig und kann nahezu die Hälfte ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Der Wandbelag ist atmungsaktiv und schallabsorbierend. Wände mit echtem Baumwollputz beschichtet fühlen sich warm an, durch den hohen Wärmewiderstand der Baumwolle. (Quelle: Hochspringen mein-wolcolor-baumwollputz-shop.de: Baumwollputz von Wolcolor japanischer Urart, abgerufen am 12. Februar 2017)

Das Material ist leicht zu verarbeiten und kann kleine Risse überbrücken. Flüssigtapeten lassen sich sowohl bei der Ausstattung von Neubauten, als auch bei der Renovierung einsetzen. Die Stärken zeigen sich bei Rundbögen, Säulen, Fensterstürzen. Gerade oder auch gewölbte Deckenflächen etc. lassen sich ebenso problemlos ohne störende Nähte oder Ansätze beschichten. Baumwollputz ist eine echte Alternative zu Tapeten oder herkömmlichen, mineralischen Putzen. Baumwollputz ist ein typisches Do-it-yourself-Produkt. (Quelle: Hochspringen lifepr.de: Ihre Wände und Decken aus Baumwolle und Seide – WEMA-Service-Mainz – Pressemitteilung, abgerufen am 12. Februar 2017)

Die Nachteile der Flüssigtapete sind eine lange Trocknungszeit von einigen Tagen, ein hoher Preis und dass Gerüche einziehen und sich dort lange halten. (Quelle: Hochspringen maler.org: Nachteile der Flüssigtapete, abgerufen am 12. Februar 2017)

Nassputz und Trockenputz

Eine grundsätzliche Unterscheidung bei den Baustoffen für den Innenputz ist die Alternative zwischen Nassputz und Trockenputz: Der traditionelle Nassputz wird in nassem Zustand verarbeitet und erhöht längere Zeit die Feuchtigkeit. Trockenputz, der in den letzten Jahrzehnten immer bedeutender geworden ist, besteht aus Bauplatten, die auf Ständerkonstruktionen oder direkt auf Wände und Decken montiert werden, um sie zu verkleiden.

 Außenputz:

  • Kalkzementputz
  • pastöse Putze

Die Verarbeitung dieser Außenputze erfolgt

  • gescheibt
  • gebürstet
  • gespritzt
  • gespachtelt


Kalkzementputz

Kalkzementputz ist ein Mörtel für das Verputzen von Gebäudeflächen innen und außen, der nach seinen Bindemitteln Calciumhydroxid in Pulverform (bzw. anderem Baukalk) und Zement benannt ist. Seine Gesteinskörnung besteht aus Sand. Kalkzementputze gehören nach DIN 18550 zur Mörtelgruppe P II.

Eigenschaften

Kalkzementputz ist in der Regel rein mineralisch und diffusionsoffen, also gering wasserdampfdurchlässig und schwach saugend. Durch den Zementanteil besitzt er höhere Druckfestigkeit und Abriebfestigkeit als Kalkputz, wodurch er sich als Untergrund für Keramikfliesen eignet. Durch den alkalischen Kalkanteil wird er wasserhemmend und resistent gegen Schimmel- oder Algenbefall.

Aus diesen Gründen ist Kalkzementputz im Unterschied zum glatteren, aber leicht aufweichenden Gipsputz für Feuchträume und andere beanspruchte Oberflächen von Innenräumen geeignet. Oft wird das Material als Unterputz für einen Oberputz aus dem weicheren und für das Raumklima angenehmen Kalkputz gewählt. Auf Außenwänden dient Kalkzementputz als Regenschutz.

Auf wärmedämmenden Wandbaustoffen werden Kalkzementputze oft als Leichtputz mit organischen Zuschlagstoffen (wie Polystyrol) oder mineralischen (wie Blähglas oder Perlit) eingesetzt. Dadurch sind sie selbst wärmedämmend.

Wärmedämmputz

Beim Wärmedämmputz handelt es sich um einen Putzmörtel mit einer Wärmeleitfähigkeit gleich/weniger 0,2 W/(m·K) als Rechenwert. Dieser Wert wird erreicht, indem als Zuschläge expandiertes Polystyrol (EPS), Vermiculite sowie Perlite beigemischt werden. Dabei muss dieser Baustoff gleichzeitig mindestens die Baustoffklasse B I (schwerentflammbar) erfüllen. Sollte allein eine Zugabe von Perliten erfolgen, erfüllt der Wärmedämmputz die höchste Baustoffklasse A 1 (nichtbrennbar) nach DIN 4102.

Wärmedämmputze werden als Unterputz auf Fassaden eingesetzt, und bilden den Grund für die Edelputze (Oberputz), wenn die Wärmedämmeigenschaften des gesamten Wandaufbaus, allein durch den verwendeten Wandbaustoff (Steinmaterial) nicht erreicht (z. B. Erfüllung der EnEV) oder noch verbessert (z. B. Beim Niedrigenergiehaus) werden soll. Aufgrund seiner geringen Eigendichte und Festigkeit hat Wärmedämmputz hervorragende Werte bei der Dampfdurchlässigkeit (Diffusion) und zählt zu den sogenannten Leichtputzen. Da die Putzoberseite aber wasserabweisend und stoßfest sein muss, ist dieses Material als Oberputz ungeeignet.

Die Eigenschaften der Leichtputze minimieren stark die späteren oder verarbeitungsbedingten Rissbildungen, da dieses Material eine sehr hohe Elastizität und Dehnfähigkeit bei statisch und thermisch auftretenden Spannungen aufweist und auf den Mauerwerksgrund speziell eingestellt wird.

Aufgrund seiner Konsistenz und Haftfähigkeit, kann das Material in einem Arbeitsgang bis zu einer Dicke von mehr als 5 cm aufgetragen werden, was mittels Putzmaschine und Spritzdüse erfolgt.

Weitere Baustoffe

Die Lagen eines Putzsystems können je nach seiner Funktion aus unterschiedlichen, miteinander abgestimmten Baustoffen bestehen, die nicht alle im engeren Sinn Putzmörtel sind. Außerdem gehören Putzträger, Armierungen (wie Drahtgitter) oder Glasfasermatten, ferner auch Dämmstoffe oder Fertigteile aus Gips, Styropor etc. für Strukturputz und Stuckelemente zu den verwendeten Baustoffen.

Gruppen der Stuckarbeiten

Putzarbeiten: Verkleidung von Innen- und Außenwandflächen, Decken, Gewölben mit Mörteln verschiedener Zusammensetzung. Der Verputz kann direkt auf das Mauerwerk oder den Putzgrund erfolgen, zumeist wird jedoch eine Grundierung in Form eines Spritzbewurfs auf einen Putzträger angebracht, und dient dann für weitere Auftrags- oder Antragsarbeiten.

Zug- und Abdreharbeiten: mittels spezieller Schablonen werden plastische Schmuckelemente wie z.B. Stäbe, Bänder, Profile oder Pilaster mehrfach vor- und schließlich scharf abgezogen. Das ist notwendig, da sich die Gipsmasse bis zur Erhärtung stets ausdehnt. Das Abdrehen erfolgt ebenso. Abgedreht werden zum Beispiel Kugeln, Säulen oder Baluster.

Antragearbeiten: Antragsstuck – Ausarbeitung plastischer Stuckelemente an Ort und Stelle in die noch weiche Stuckmasse in einem meist raschen Arbeitsgang, was große Kunstfertigkeit erfordert (v. a. im Barock und Rokoko angewandt).

Kunstmarmorarbeiten (Marmorstuck, Scagliola, Stuckmarmor): Imitationen verschiedener Marmorarten. Der früher als Marmorier oder Marmorierer bezeichnete Beruf ist heute aus dem Spektrum der Stuckateurarbeiten weitgehend verschwunden, doch werden vor allem im Alpenraum noch vereinzelt diese Techniken beherrscht. Marmorierte Säulen und Altäre wurden in großer Zahl im Barock und Rokoko gefertigt. Im Rahmen von Restaurierungen werden auch Kurse angeboten. Aus Anhydrit bzw. hochgebranntem Gips werden Fließestriche gefertigt die auch farbig inkrustiert sein können. Eine weitere spezielle Technik ist das Terrazzo.

Farbiger Anhydritestrich, Stiftskirche Bassum

Form-, Guss- und Versetzarbeiten: Herstellen von Negativformen aus Ton, Leim, Gips u. a. nach einem Modell. Die darin aus Gips, Hartgips oder Zement gegossenen Einzelteile werden mit Schrauben oder Dübeln an Wand- und Deckenflächen versetzt. Gipsfiguren wurden in großen Mengen für Devotionalien gefertigt. Heute wird in großem Maß Kunststoff verwendet.

Gipsschnitt: Der Gipsschnitt ist eine eigentlich künstlerische Anwendung der Stucktechnik, die neben ornamentalen auch figürliche Ausarbeitungen ermöglicht. Sie wurde vielfach in den 1920er und 1930er Jahren (Jugendstil) angewandt. Der eigentliche Gipsschnitt erfolgt negativ: die Form wird in vorgegossene Platten aus Modellgips eingeschnitten und dann versetzt. Eine andere, etwas schwierigere Ausführung ist die, dass von dieser Negativform ein zusätzlicher positiver, also erhabener Abguss gefertigt wurde. Bei unterschnittenen Formen ging das aber nur mit der Verlorenform (Quelle: Hochspringen https://www.baufachinformation.de/denkmalpflege/Abnahme-von-Deckenstuckaturen-mit-Verlorenform-und-Quetschform/1988067120449.)

Beim Reliefschnitt müssen die verbleibenden Flächen mitgeschnitten werden.

Malstuck – Stucco lustro: ein der Freskotechnik verwandte Maltechnik mit großer Farbleuchtkraft, die durch Glätten mit heißen Eisen Glanz erhält.

Sgraffito: Eine Sonderform ist der sogenannte Kratzputz, das Sgraffito. Es wird ebenfalls zu den Stucktechniken gezählt. Sgraffito bedeutet, das noch feuchte, farblich unterschiedliche Putzschichten ausgekratzt werden. Die modernen Graffiti haben eine ähnliche Wirkung, sie werden meist auch in Schichten aufgetragen, sind aber keine Stuckarbeiten, da keine plastische Masse bewegt wird, sondern »nur« Farben.